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Dienstag, 18. September 2018

Wie aus Kegeln Bowling entstand

Auch wenn sich das Jahr 2018 bereits dem vierten Quartal nähert, erwarten Bowlingfans spannende lokale und internationale Events zum Jahresende. Ein Blick in den Terminkalender zeigt, dass neben dem Start der ersten und der zweiten Liga, zahlreiche Tourniere in verschiedenen Städten veranstaltet werden, die das Herz von Spielern sowie Fans höher schlagen lässt. Die weite Verbreitung des Sports in Deutschland ist kaum verwunderlich, denn Kegeln war als der Vorgänger des Bowlings bereits im Mittelalter äußerst beliebt und wurde von Klöstern und auf öffentlichen Plätzen als eine Freizeitbeschäftigung praktiziert. Wir werden heute die interessante Geschichte des Bowlings zurückverfolgen und in Erfahrung bringen wie aus dem europäischen Kegeln das Bowling in Amerika entstand.

 

Kegeln im Laufe der Geschichte

Kegeln ist heute nicht mehr so populär wie in den 70er Jahren. Die Mitgliederzahlen der Kegelvereine zeigen einen sinkenden Trend. Dennoch hatte das Kegeln schon immer eine feste Fangemeinde in Deutschland und kann einer langen Tradition hinterherblicken. Seit Jahrhunderten wird das Spiel von der Bevölkerung mit Begeisterung gespielt.  

Die ersten ausführlichen Belege für eine belebte Kegelkultur auf dem deutschen Boden sind im 12. Jahrhundert zu finden. Besonders auf Volksfesten konnte man auf begeisterte Anhänger antreffen. Da Kegeln aber des Öfteren mit Wetteinsätzen einherging, versuchten verschiedene mittelalterliche Herrscher im Laufe der Zeit mehrmals das Spielen zu unterbinden, was sich natürlich ein erfolgloses Unterfangen herausstellte, da es sogar in klösterlichen Gebäuden große Popularität erreichte. Die Nutzung von neun Kegeln und deren Aufstellung in viereckiger Form wurde zu dieser Zeit zu einer Grundregel.  

Kegeln gehörte zu einer Reihe von typischen Freizeitaktivitäten des Mittelalters, die durch ihre kniffligen Eigenschaften und den hohen Spaßfaktor von der Antike in die europäische Kultur weitertransferiert wurden. Deutlich älter sind die Wurzeln von Schachs, die kann im ersten Jahrhundert in Indien gefunden werden konnten. Auch Würfelspiele gehören zu den ältesten Spielen. Bei Ausgrabungen in Mesopotamien entdeckten Archäologen Würfel mit sechs Seiten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. Sowohl Würfelspiele wie auch Schach wurden in Europa später stark kultiviert. Ähnliches gilt auch für das Kegeln. Die ersten sicheren Spuren des Spiels wurden in Ägypten bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt, wo man nicht nur Zeichnungen auf Wandreliefs, sondern auch Teile eines Kegelspiels aus der Zeit der Antike fand. In Europa sind leider Nachweise aus dieser Zeitspanne nicht zu finden. Dennoch vermutet man, dass auch in germanischen Stämmen eine Urform des Spiels zu finden war.

 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich langsam der Trend zum Sportkegeln und Kegelvereine wurden immer öfter der Regelfall. 1885 wurde der Zentralverband deutscher Kegelklubs gegründet, aus dem später der Deutsche Keglerbund hervorging. Danach folgte eine Reihe von Maßnahmen, die zu einem einheitlichen Regelwerk in ganz Europa führten.

Die Geburtsstunde des Bowlings

Die Verbreitung des Kegelns verlief parallel zu den Auswanderungsbewegungen der europäischen Bevölkerung. So brachten Einwanderer das Spiel nach Amerika. Bald waren überall auf dem Kontinent Kegelveranstaltungen zu finden, die wie in Europa mit Wetteinsätzen gespielt wurden. Es erfolgten erneut Verbotsversuche durch die Behörden. Die Reaktion darauf war die Einführung von kleinen Veränderungen in der Spielweise, um die offiziellen Verbote zu umgehen. Erstens wurde die Kegelzahl auf zehn erhöht. Zweitens wurden die Kegel nun in der Dreiecksform aufgestellt. Und so hatte man bereits aus dem Kegeln Bowling entwickelt, das langsam zu einer Sportart weiterentwickelt wurde. Im 19. Jahrhundert wurde Bowling zu einer Indoor-Aktivität. Auch die Bowlingausrüstung veränderte sich. So bevorzugte man zum Beispiel immer mehr Kugeln aus Hartgummi statt Holz.

Obwohl die Popularität von Bowling in den Vereinigten Staaten ungehindert weiterwuchs, begegnete man der neuen Form des Kegelns in Europa mit Skepsis. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sichtete man eine größer werdende Spielergemeinde. Bald darauf folgten die ersten Anlagen, die mit zahlreichen Bowlingbahnen und automatischen Aufstellmaschinen errichtet wurden. Heute ist der alte Hype für Bowling und Kegeln als Freizeitbeschäftigung  leider nicht mehr zu finden. Dennoch haben beide Spiele eine feste Fangemeinde, die sie als Sport sowie Freizeitaktivität mit Begeisterung weiterpraktizieren.

 
 

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