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Cherie Tan, Bill O'Neill, Sin Li Jane, Kimmo Lehtonen - "Foto Seija Lankinen/BowlingDigital"

Dienstag, 27. Februar 2018

Wieviel verdienen professionelle Bowlingspieler?

Bowling ist bekanntermaßen eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung für Leute jeden Alters, nicht nur in Amerika, sondern auch im deutschsprachigen Raum. Und wie fast jede Sportart auf der Welt kann man Bowling natürlich auch professionell betreiben – sprich, um sich damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber, wie sieht es denn nun genau mit den Verdienstmöglichkeiten aus, wenn man regelmäßig an professionellen Wettkämpfen teilnimmt – wieviel Geld erhält man bei Turnieren? Kann man davon Leben? Wieviel Unkosten entstehen, wenn man ständig auf Tour ist? Wie sieht es mit Sponsorenverträgen aus? All diesen Fragen sind wir im aktuellen Artikel nachgegangen.

 

Ja, man kann von Bowling leben

 

Dies gleich einmal vorweg – es ist möglich, Bowling professionell zu betreiben und davon zu leben, die Top-Spieler ziemlich gut sogar. Natürlich werden professionelle Bowler nie die Geldbeträge und den Hype anderer populärer Sportarten erhalten, trotzdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit diesem Sport Geld zu verdienen.

 

Beginnen wir einmal im Kleinen: Gute Bowlingspieler haben die Möglichkeit zu unterrichten oder Guides und Lehrbücher zu schreiben. In Amerika tingeln populärere Profi-Spieler durchs Land und geben an verschiedenen Bowlingbahnen Coaching-Sessions, wodurch am Ende schon gutes Geld zusammenkommen kann. Andere Spieler arbeiten zum Beispiel in Hollywood als Double für Bowling-Szenen für Filme wie „King Pin“ zum Beispiel. Es gibt auch sogenannte Trick-Tourniere, wo Spieler mit Trickwürfen ihre Skills zur Schau stellen können, ähnlich wie beim Billard. Aber natürlich führt kein Weg an professionellen Wettkämpfen vorbei, wenn man an größere Preispools sowie zu mehr Popularität gelangen möchte.

 

Professionelle Wettkämpfe auf der PBA-Bowling-Tour

 

Die beste Option, um als Bowler Geld zu verdienen, ist nach wie vor das Gewinnen von Bowling-Turnieren. Je größer das Turnier, desto größer der Preispool, und je besser man spielt, desto mehr Geld erhält man am Ende des Tages – und das meiste davon gibt es bei Wettbewerben auf der PBA-Bowling-Tour.

 

Organisationen wie die Professional Bowlers Association in den Vereinigten Staaten beaufsichtigen die PBA-Tour, welche mittlerweile weltweit ausgetragen wird. Im Gegensatz zu Teamsportarten müssen Pro-Bowler Reise- und Lebenshaltungskosten sowie Eintrittsgelder selbst entrichten, um an die begehrten Preispools zu gelangen.

 

Durchschnittliche Gehälter und Topverdiener

 

Gehälter für professionelle Bowlingspieler sind von Siegen und Platzierungen abhängig. So können Bowler sechsstellige Gehälter aus Turnieren erlangen oder auch ebenso ohne Gehaltsscheck nach Hause fahren. Im Jahr 2011 betrug das durchschnittliche Jahresgehalt für professionelle Bowlingspieler 25.000 $ (rund 20.000 €). Der erste Bowler, der eine Million Dollar verdient hat, war Earl Anthony – sechsmaliger PBA-Spieler des Jahres. Top-Bowler wie Walter Ray haben seit ihrer Teilnahme an der Tour ab 1980 mehr als 4 Millionen Dollar verdient. Er hält mit 419.700 $ (rund 340.000 €) auch den Rekord für die höchsten Bowling-Einnahmen während eines Jahres – erzielt im Jahr 2002/03. Laut einem Artikel aus The Sports Digest betrug das durchschnittliche Jahresgehalt der Top-10-Bowlingspieler von 1996 bis 2000 130.000 $ (rund 105.000 €)bei den Männern sowie 92.000 $ (rund 75.000 €) bei den Frauen. Die Spitzenverdiener erhalten immer noch sechsstellige Gehälter.

Werfen wir einen Blick zurück auf die besten Spieler der PBA und deren Einnahmen aus den vergangenen Jahrzehnten. Die folgenden Zahlen stellen die Durchschnittseinnahmen der Preisgeldführenden aus den Jahren verschiedener Dekaden dar. Alle Gewinne sind inflationsbereinigt und werden im heutigen Dollarwert angezeigt.

 

2000-2009 – 270.690 $ (220.000€)

1990-1999 – 359.597 $ (290.000€)

1980-1989 – 381.153 $ (309.000€)

1970-1979 – 446.710 $ (362.000€)

1960-1969 – 343.001 $ (278.000€)

 

Hier die Top-3-Preisgeldgewinner aus dem Jahr 2012/2013:

 

Sean Rash (USA) – 248.317 $ (201.000€)

Mika Koivuniemi (Finnland) – 227.851 $ (185.000€)

Jason Belmonte (Australien) – 186.465 $ (151.000€)

 

Zum Vergleich die Topverdiener 2016 aus verschiedenen populären Sportarten (nur Gehalt, ohne Sponsor):

 

Fußball: Cristiano Ronaldo (56 Mio. €), Lionel Messi (53 Mio. €)

Tennis: Novak Djokovic (22 Mio. €), Roger Federer (7,8 Mio. €)

Basketball: Kobe Bryant (25 Mio. €), LeBron James (23 Mio. €), Kevin Durant (20 Mio. €)

American Football: Joe Flacco (44 Mio. €), Cam Newton (41 Mio. €), Eli Manning (37 Mio. €)

Golf: Jordan Spieth (21 Mio. €), Rory Mcllroy (7,6 Mio. €), Phil Mickelson (3 Mio. €)

 

Wie man erkennen kann, verdienen die besten Bowlingspieler der Welt einen Bruchteil dessen, was zum Beispiel bei populäreren Sportarten verteilt wird. Bowling befindet sich von den Preisgeldern her nicht ganz, aber eher im Bereich von Randsportarten wie zum Beispiel dem Skifahren, wo die aktuelle Nummer 1, der Österreicher Marcel Hirscher, letztes Jahr um die 450.000 € an Preisgeldern einfahren konnte, gefolgt vom Norweger Henrik Kristoffersen mit 275.000 €.

 

Wie werden Bowlingspieler bezahlt?

Professionelle Bowler müssen siegen, um einen angemessenen Lebensunterhalt zu verdienen. Je höher ein Bowler im Turnier platziert ist, desto mehr gewinnt er. Im Rahmen der PBA-Tour werden mehrere Wettbewerbe ausgetragen. Spieler zahlen Eintrittsgebühren sowie ihre eigenen Reisekosten, um an Turnieren teilzunehmen – es sei denn, die Spieler werden gesponsert. Turniere wie die Lucas Oil Regional Championship bieten dem Gewinner 50.000 $ (40.500 €). Die Teilnahmegebühren lauten wie folgt: 500 $ (405 €) bei PBA-Tour-Events für Mitglieder und 525 $ (425 €) für Nichtmitglieder, mehr als 200 $ (162 €) für die regionale Tour und mehr als 400 $ (325 €) für die Senior-Tour.

 

Sponsoring

 

Um ihre Ausgaben auszugleichen und zu höheren Erträgen zu gelangen, suchen und gewinnen professionelle Bowlingspieler auch oft Sponsoren. Laut Walter Ray, einem der Höchstverdiener unter den Profi-Bowlern, werden Sponsoren von Bowlern gewonnen, die eine gute Leistung bei Turnieren zeigen. Im Austausch dafür, dass sie ihren Namen an das Produkt anhängen und dieses physisch präsentieren oder verwenden, zahlen die Sponsoren den Spielern im Gegenzug mehrere tausend Dollar, ähnlich wie beim TV-Poker, wo diverse Online-Plattformen ihre Logos auf den Spielern platzieren.

 

Professionelles Bowling würde in dem Fall auch Werbefläche für Glücksspielanbieter zur Verfügung stellen, die ja sonst auch überall fleißig am Promoten sind. Aber gerade der Fakt, dass zum Beispiel große Sportwettanbieter wie Betway bereit sind, diverse Fußballklubs zu sponsern, jedoch im Bereich Bowling nicht nur keine Präsenz zeigen, sondern auch auf ihren Webseiten keinerlei Quoten für diesen Sport anbieten, zeigt leider auch den immer noch viel zu geringen Stellenwert des professionellen Bowlings im Mainstream. Und das in einer Zeit, wo Darts die TV-Bildschirme erobert und bereits Konsolenspiele wie FIFA 18 live im Fernsehen übertragen werden … aber man darf ja noch hoffen, immerhin kommt es im deutschsprachigen Raum auf Eurosport hin und wieder zu Übertragungen. Jedoch sollte jetzt zumindest klar sein, dass man als professioneller Bowlingspieler nicht am Hungertuch nagen muss, im Gegenteil: Ist man gut, lässt es sich damit auch gut leben.

 

 

 
 

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